Nachdem ich die zentralen Gegenstände aus Ludwigsburg aufgebaut hatte und ein paar neue Sachen gekauft, war es Zeit nach Salzburg zu fahren und mein Erbe zu holen sozusagen…inklusive all dem Kram, den ich dort gelassen hatte. Es sollte alles bei mir sein, nichts mehr wo anders, alles hier in meinem Reich.
Aber erst wollte ich die monströse alte Couch rausschmeißen. Was sich allerdings als unmöglich herausstellte. Und es ist mir bis heute unerklärlich, wie der Herr Chmiel jemals das Ding hier reingekriegt hat. Allerdings ist das bei weitem nicht die einzig mysteriöse Sache bezüglich dieser Wohnung.
Ich hatte die Couch nämlich verkauft im Internet – aber wie gesagt, wir brachten sie nicht aus der Wohnung. Ich hatte dann noch mal versucht sie zu verkaufen und den Käufer dabei zu überreden sie mit mir gemeinsam über den Balkon abzuseilen…aber das war ihm dann doch zu steil.
Also war der finale Plan, dass die Couch eine zentrale Rolle in meinem Diplomfilm spielen sollte – und zwar in der Rolle als „Das verbrannte Sofa“. Die Aufgabe von Herrn Abel war es, die Couch mit der Stiichsäge in 3 Teile zu zerschneiden und ans Set zu transportieren.
Bis auf die Tatsache, dass davon bis heute meine Eingangstür zerkratzt ist, hat das bis dahin geklappt. Allerdings war mein Szenenbildner so grandios unfähig, dass der Kameramann sich geweigert hat sie letztlich ins Bild zu nehmen.
So diente sie letztlich als Sitzgelegenheit für’s Team in den Drehpausen, bis sie schließlich zum Sperrmüll kam. Ruhmloses Ende für eine ungeliebte Couch.
Umso geliebter ist die Anrichte, die viele Jahre in Hof neben der Stalltür stand. Und die noch eine ganze Weile den Geruch von Heu und Kuhmist in Neukölln verteilen sollte.
Ebenfalls einen prominenten Platz sollte die beiden ehemaligen Wartezimmerstühle aus der Ordination erhalten. So wie das Clown-Poster, das Papa schon in seinem Kinderzimmer hängen hatte und das auch eine prominente Rolle in „Die Ewigen Jungfrauen“ gespielt hat.
Der hässliche Plastikboden war da auch schon rausgerissen, wobei der abgerissene Holzboden darunter auch noch nicht so wirklich schön war.
Im Wohnzimmer machte sich jetz neuköllnisch stilgerecht die 50er Jahre Sitzgruppe von Mariedi breit. Übrigens bis heute.
Und nachdem das schon fast zur Tradition geworden ist, hab ich mal wieder den Schreibtisch umgestellt. Jetzt in der Mitte des Raums als Kommandoposten. Schließlich war ein Film zu dirigieren.
Ebenfalls einen besonderen Platz bekam das Doppelportrait von Mutter&Vater, aufgenommen auf der Terasse bei Annelies vom Käsessen am Karfreitag irgendwann Jahre davor. Auch das hängt bis heute.
Apropos Österreich…irgendwann mal hab ich sogar eine Sachertorte gebacken.
Und angemessen verspeist auf dem neuen Esstisch aus Palisander, den ich mit Animie bei Rooms gekauft hab und den mir die Mama geschenkt hat. Und auf dem ich das hier gerade tippe, nachdem er mittlerweile als Schreibtisch dient – ein Esstisch fehlt ja mangels Küche nicht wirklich…
Der Sommer zog vorbei…
…und Schritt für Schritt wurde das Ganze richtig wohnlich, sogar mit Pflanzen, fachgerecht eingepflanzt von Animie und Mariedi.
Es war regelrecht aufgeräumt, geputzt und möbliert…für Jahre danach hielt es keiner für möglich, dass das schon mal so aussah.

































